Lob der Provinz - Theater in der Peripherie

Podiumsgespräch und Diskussion

Die Blüte der schweizerischen Theaterlandschaft hat ihre Wurzeln nicht zuletzt in der sog. „Provinz“. Seit den 70er-Jahren hat sich abseits der urbanen Ballungsräume eine reichhaltige Theaterszene etabliert, die von Koproduktions- und Gastspielhäusern in Regionen ohne Ensemble getragen wird. Während sich die Verschiedenartigkeit des Theaterschaffens in den Zentren in der Ausdifferenzierung der Institutionen mit spezialisiertem Profil niederschlägt, vereinen die Theater in der Provinz die unterschiedlichen Sparten, Spiel- und Produktionsformen unter einem künstlerischen und institutionellen Dach. Als wesentlicher Bestandteil der regionalen kulturellen Identität profilieren sie sich, so paradox das klingen mag, gerade durch die Vielfalt ihres Programms, in dem konventionelle Theaterformen ebenso ihren Platz haben wie innovative Versuche, den Kanon der Darstellenden Künste über die tradierten Spielweisen hinaus zu erweitern.

Im Spagat zwischen Grundversorgung, kultureller Identität und Innovation können Theater in der Peripherie nicht auf spezialisierte Publika bauen, sondern treffen auf eine Vielzahl unterschiedlicher Bedürfnisse und Erwartungen. Sowohl in der Programmierung als auch in der Kommunikation unterscheidet sich die Theaterarbeit in der Provinz deshalb fundamental von den Aufgaben der Zentrumsinstitutionen.

Im Podiumsgespräch mit anschliessendem Roundtable tauschen sich Leitungsverantwortliche von Theatern mit Kulturpolitikerinnen und –politikern über die spezielle „Dramaturgie der Provinz“ aus. Dadurch bietet die Veranstaltung auch die Möglichkeit, neue Formen der Kooperation zwischen den „Provinztheatern“ zu diskutieren.

Keynote - Peter-Jakob Kelting (Leiter Theater Tuchlaube, Aarau)

Mit - Felizitas Ammann (Pro Helvetia - Leiterin Tanz und Theater/ad interim), Jacques Cordonier (Chef der Dienststelle für Kultur - Kanton Wallis), Alexandre Doublet (Direktor des TLH-Sierre, Regisseur), Ute Haferburg (Direktorin des Theater Chur), Walter Küng (Aargauer Kuratorium, Leiter der Fachgruppe Theater, Tanz und Literatur)

Simultanübersetzung deutsch-französisch

Anmeldung obligatorisch

25.05—13h00
Auf französisch, deutsch
Länge 3h